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Sappeurcorps


Sappeurcorps Wevelinghoven 1927 e.V.

Im Jahre 1924 erteilte der belgische Stadtkommandant der Stadt Wevelinghoven die Erlaubnis, erstmals ein Schützenfest zu feiern. Drei Jahre später, 1927, gründete sich neben unserem aus der Vereinsgeschichte nicht mehr wegzudenkenden Tambourcorps „Frisch voran“ auch das Corps, welches wie überall an der Spitze unseres Regimentes marschiert und optisch somit den BSV der Gartenstadt repräsentiert: Das Sappeurcorps Wevelinghoven.

Das dem Französischen entlehnte Wort „Sappeur“ bedeutet so viel wie „Sappenbauer“. Das Wort „Sappe“ wiederum bedeutet „Laufgraben“. Beide Worte sind Überbleibsel aus der Zeit, als das Rheinland unter französischer Besatzung stand. Anderswo werden die am Schützenfest martialisch in königsblauen Waffenrock, weiße (Leder-)Schürze, weiße Hose und wuchtigem Fellhelm mit dem riesigen Lampenputzer an selbigem gekleideten und „schwerem Gerät“ (Baumsäge bzw. Axt) ausgestatteten Herren als Pioniere bezeichnet.

Wie unschwer festzustellen ist, waren diese Kämpfer an vorderster Front quasi fürs Grobe zuständig: Laufgräben ausheben, Schanzen bauen, Bäume fällen, Flöße zwecks Flußüberquerung daraus erstellen usw. Der Staffelung der einzelnen Kampfabteilungen damals wird bis heute bezüglich der Marschordnung der Schützenvereine Rechnung getragen: Zuvorderst die Sappeure/Pioniere (vorbereitende Arbeiten; s.o.), gefolgt von den Grenadieren (ebenfalls frz. = Granatenwerfer; sollten Unruhe und Verwirrung in die feindlichen Linien bringen und selbige aufreiben). Die Jäger machten dann Jagd auf alles feindliche, was sich bewegte. So wurden dazumal Bürgerkriege oder auch Scharmützel zwischen verfeindeten Städten ausgetragen, für die ein Einsatz des Staatsmilitärs zu aufwendig war.

Es waren sieben Aufrechte, welche vor 76 Jahren den damaligen Sappeurzug unserer Gartenstadt ins Leben riefen: Hubert Göbbels, Bernhard Kiese, Hubert („Hupa“) Gless, Fritz Jansen, Heinrich und Engelbert Schmitz sowie Theo Ingesang.-

In den Jahrzehnten nach der Gründung sah sich das Sappeurcorps der Gartenstadt einer recht wechselvollen Geschichte ausgesetzt. Der II. Weltkrieg tat ein übriges; aber 1949 marschierten die „Königsblauen“ wieder an der Spitze des Wevelinghovener Regimentes. Drei Generationen der Familie Göbbels leiteten innerhalb von 73 Jahren die Geschicke der Wevelinghovener Sappeure! Die hierbei zentrale Figur war natürlich „Jöbbels Tünn“, der dienstälteste Anführer und gleichzeitig die gute Seele des Vereins. Ihm hat Wevelinghoven ein ruhmreiches, glanzvolles Sappeurcorps zu verdanken, welches bis weit über die Grenzen der Gartenstadt bekannt und beliebt ist.

Zum Goldjubiläum 1977 erreichte das Sappeurcorps seine historische Höchststärke von 44 Marschierern; ein imposantes Bild, welches sowohl in als auch außerhalb der Stadt Wevelinghoven bleibende Eindrücke hinterließ

Zweimal in der Vereinsgeschichte, jeweils zu Jubiläen, stellte das Sappeurcorps den Schützenkönig: 1957 repräsentierte Paul Neukirchen den Verein, 20 Jahre später Werner Schmidt.

Seit 2001 führt Kurt Brings (55), ein erfahrener „Streiter“ mit 35 Jahren Mitgliedschaft, die „Blauröcke“ an. Er leitet die Geschicke des mittlerweile mit 16 Sappeuren kleinen, aber feinen Corps mit sehr viel Herz, Engagement und Umsicht.

 
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