Unternehmen bzw. Teile von Unternehmen, wie z.B. Divisionen, Geschäftsbereiche, Profit-Zentren oder Abteilungen, die Projekte und Programme zur Erfüllung relativ einmaliger und umfangreicher Geschäftsprozesse einsetzen, können als ´projektorientiertes Unternehmen` definiert werden.
Projektorientierte Unternehmen haben spezifische Strategien, spezifische organisatorische Strukturen sowie spezifische Kulturen zum Management von Projekten, Programmen und Projektportfolien.
Das projektorientierte Unternehmen ist durch die im Spinnennetz abgebildeten Geschäftsprozesse charakterisiert:

Projektmanagement: Ein Projekt ist eine temporäre Organisation zur Durchführung eines relativ einmaligen, kurz- bis mittelfristigen Prozesses mittleren bis großen Umfangs. Projektmanagement ist ein Geschäftsprozess projektorientierter Unternehmen. Der Projektmanagement-Prozess beginnt mit der Projektbeauftragung und endet mit der Projektabnahme durch das Projektauftraggeberteam. Der Projektmanagement-Prozess besteht aus den Subprozessen: Projektstart, Projektkoordination, Projektcontrolling, eventuell der Bewältigung einer Projektdiskontinuität und dem Projektabschluss.
Programmmanagement: Ein Programm ist eine temporäre Organisation zur Durchführung eines einmaligen, mittel- bis langfristigen Prozesses großen Umfangs. Ein Programm besteht aus mehreren Projekten und Maßnahmen, die durch eine gemeinsame Zielsetzung eng gekoppelt sind. Programme sind zeitlich und budgetär begrenzt. Programmmanagement ist ein Geschäftsprozess projektorientierter Untenehmen, der aus den Subprozessen: Programmstart, Programmkoordination, Programmcontrolling, eventuell aus der Bewältigung einer Programmdiskontinuität und Programmabschluss besteht.
Sicherung der Managementqualität eines Projekts oder Programms: Zur Sicherung der Managementqualität im Projekt bzw. im Programm können die Prozesse ´Management-Consulting` und ´Management-Auditing` durchgeführt werden.
Beauftragung eines Projekts oder Programms: Im Prozess der Beauftragung eines Projekts bzw. Programms werden die Grundlagen zur Entscheidung, ob ein Projekt bzw. ein Programm durchgeführt werden soll, aufbereitet, die Investitionsentscheidung getroffen und – im Fall einer positiven Investitionsentscheidung – die Beauftragung des Projekts bzw. Programms vorgenommen.
Projektportfolio-Koordination und Projekte-Netzwerken: Im Prozess des Projektportfolio-Management wird entschieden, ob Projekte gestartet bzw. abgebrochen werden, es werden Prioritäten zwischen Projekten gesetzt, und es erfolgt die Koordination der eingesetzten internen und externen Ressourcen. Der Prozess des Netzwerkens von Projekten trägt zur Sicherung von Synergien im Projekte-Netzwerk bei.
Organisatorisches Design des projektorientierten Unternehmens: Das organisatorische Design von projektorientierten Unternehmen umfasst das Etablieren eines PM Office, einer Projektportfolio Group und von Experten Pools, das Schaffen von Richtlinien und Formularen zum Projekt- und Programmmanagement und zum Projektportfolio-Management sowie die Entwicklung von Standardprojektplänen.
Personalmanagment im projektorientierten Unternehmen: Das Personalmanagement eines projektorientierten Unternehmens umfasst die Einstellung, die Disposition und die (Weiter-) Entwicklung von Projektpersonal. Als Projektpersonal sind alle Mitarbeiter eines projektorientierten Unternehmens zu verstehen, die die Rollen Projekt- bzw. Programmauftraggeber, Projekt- bzw. Programmmanager, Projektteammitglied, Projektmitarbeiter etc. wahrnehmen.
Prozessmanagement im projektorientierten Unternehmen: Ein Prozess ist ein inhaltlich und zeitlich abgrenzbarer Ablauf von Vorgängen, an dem mehrere Stellen einer oder mehrerer Organisationen mitwirken. Prozesse können in Primärprozesse, Sekundärprozesse und Tertiärprozesse unterschieden werden. Primärprozesse sind Prozesse der eigentlichen Leistungserstellung für Kunden. Sekundärprozesse dienen der unmittelbaren Unterstützung der Primärprozesse, Tertiärprozesse bezwecken deren mittelbare Unterstützung.